iPhone — 22 Februar 2012


Die bereits angekündigte Reportage über das Innenleben des chinesischen Auftragsfertigers Foxconn wurde nun veröffentlicht und darf auf Youtube bewundert werden. Der ABC-Reporter Bill Weir bekommt als erster Redakteur überhaupt, einen Live-Einblick in die Arbeitsbedingungen, die Zustände und das Empfinden der Mitarbeiter vor Ort. Hier geht es zu den englischsprachigen Berichten 1 / 2 (je etwa fünf Minuten).

Ja, der Druck auf den chinesischen Fertiger Foxconn, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, stieg in den letzten zwei Jahren immer mehr. Zu Beginn war es ein Massenselbstmord im Jahre 2010, gefolgt von einer Metallstaubexplosion ein Jahr darauf. Doch 2012 scheint man für das Unternehmen, dass neben Apple auch Konzerne wie Dell, Hewlett-Packard, IBM, Nintendo oder Sony  bedient, nun beinahe schone eine Lanze brechen zu müssen. Die ersten Eindrücke der FLA brachten Zuversicht für den Bericht im März, und die aktuelle Reportage zeigt Foxconns Welt unerwartet  human, wenn auch nicht makellos.

Der erste Eindruck des Reporters zeigt sich in seiner Verwunderung über die wenigen befindlichen elektrischen Maschinen. So basiert sehr viel auf Handarbeit bei der Produktion der iDevices: 141 Schritte bis zum iPhone, und 325 bis zum iPad. Einer dieser Schritte ist es, das von einer Maschinen in den Alu-Rücken der iPads gestanzten Apple-Logos nachzukorrigieren. Dies übernimmt Shào Ying, eine zweifache Mutter, die es sich aufgrund ihres Gehalts nur einmal im Monat leisten kann, ihr Kinder zu besuchen, die zwei Busstunden entfernt wohnen. Etwa 1,80 Dollar verdienen die Angestellten pro Stunde, nicht einmal ein Zehntel von dem, was ein US-amerikanischer Handwerker verdienen würde, und das bei einer Arbeitszeit zwischen 60 und 70 Stunden die Woche.

Mit solchen Arbeitszeiten, kann der Schlaf unter Umständen schon einmal fern bleiben, sodass man nach dem Mittagessen noch sehr viele Angestellte in der insgesamt zwei Stunden langen Pause schlafen sehen kann. Dies sei allerdings keine Ausbeutung, sondern eine übliche chinesische Tradition nach dem Essen. Auch könne man mit diesem Lohn keine Familie ernähren, geschweige denn die selbst erstellten Produkte kaufen. Shào beispielsweise darf das erste Mal ein voll funktionsfähiges iPad nutzen. Ihre Augen strahlen. Und eine Familie müsse man auch nur seltenste ernähren können, meint Weir, immerhin sei der Großteil der Angestellten zwischen 17 und 20 Jahre alt, und möchte nur arbeiten. Bewerber gibt es genug. Doch 13-jährige, wie es oft hieß, hab der Reporter nicht gesehen.

Unter Umständen lassen sich diese Bedingungen als typisch in China deklarieren, doch auch wenn nicht, kann Foxconn auch mit einigen Angeboten positiv überraschen: Ein Zimmer im Wohnheim, zum Monatspreis eines Tageslohns; ein Internet-Café; ein Fußballplatz und es wird sogar Englischunterricht angeboten. Die angekündigte Lohnerhöhung von bis zu 25 Prozent, stimme die Angestellten weiterhin positiv. Immerhin ist ohnehin nur die Bezahlung der Grund, warum man hier arbeite. Zusätzliche Angebote interessiere sie kaum.

Zum Schluss fragt ABC-Reporter Weir die Angestellte Shào noch, was die Endkunden denn über sie wissen sollten; denn das ist schließlich der Anlass des Besuches. Hierauf antwortet sie:

Ich will, dass sie mich kennen. Ich will, dass sie wissen, dass wir sehr viel Mühe in dieses Produkt gesteckt haben. Und wenn Sie es benutzen, tun Sie es bitte sorgsam.

Auch wenn bereits wenige Tage vor der Reportage an der Objektivität des Senders gezweifelt wurde (ABC gehört zu Disney, dessen größter Einzelaktionär der Jobs-Clan ist, und dessen Vorstandschef in Apples Aufsichtsrat sitzt), beteuert Bill Weir mehrfach, diese Verstrickungen, die er sehr offen anspricht, hätten keinerlei Einfluss auf die Berichterstattung gehabt. Allerdings war es auch nicht die kritische New York Times, die man die Produktionsstätten inspizieren ließ. Doch Alles in Allem, scheint Foxconn sein Image seit Beginn des Jahres kontinuierlich aufzupolieren. Bleibt nun noch der Bericht der FLA im März abzuwarten.

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Source / Quelle: feedproxy.google.com

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